Arbeitshilfe Zugang zu Ausbildung und Ausbildungsförderung:
Diese Arbeitshilfe des Paritätischen Gesamtverband, erklärt, unter welchen Voraussetzungen Flüchtlinge eine Ausbildung aufnehmen und Förderungen für die Ausbildung erhalten können.
Aktualisierte Ausgabe von Januar 2017 hier

Erlass MI. Nds.: Leistungen nach § 22 SGB XII für Personen in schulischer Ausbildung und Studierende mit Aufenthaltsgestattung:
Das niedersächsische Innenministerium weist in einem Erlass vom 04.10.2017 darauf hin, dass Personen in schulischer Ausbildung und Studierenden im Asylverfahren, die nach 15 Monaten Aufenthalt unter § 2 AsylbLG fallen, aus Härtefallgründen Leistungen nach § 22 SGB XII gewährt werden können. Studierende im Asylverfahren mit Aufenthaltsgestattung haben keinen Anspruch auf BAföG-Leistungen. Damit entsteht eine Förderlücke, die über Leistungen nach § 22 SGB XII geschlossen werden kann. Für diese Leistungen ist das Sozialamt zuständig.
Erlass des niedersächsischen MI vom 04.10.2017 hier

Berufsausbildung in Deutschland. Broschüre des DGB in vier Sprachen, Stand 12/2015
Welcher Schulabschluss ermöglicht welche Ausbildung? Mit welchem Aufenthaltsstatus hat man Zugang zu welcher Ausbildung bzw. Ausbildungsförderung? Wie finde ich den richtigen Beruf für mich? Wieviel Geld benötige ich zum Leben? Diese und weitere Fragen versucht die pdf-Broschüre auf
Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch zu beantworten.

Duldung für die Dauer einer Ausbildung („3+2-Regelung“):
Mit dem In-Kraft-treten des Integrationsgesetzes am 06.08.2016 haben nun Personen, die eine anerkannte Ausbildung beginnen, Anspruch auf eine Duldung für die Dauer der Ausbildung. Bei Abbruch oder Nichtbetreiben der Ausbildung wird die Duldung einmalig für sechs Monate verlängert, damit ein neuer Ausbildungsbetrieb gefunden werden kann. Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird die Duldung für sechs Monate verlängert, um eine der Ausbildung entsprechende Beschäftigung finden zu können. Dies ist nun in § 60a Abs. 2 Satz 4 Aufenthaltsgesetz geregelt. Wer eine seiner Qualifikation entsprechende Beschäftigung findet, erhält für zunächst zwei Jahre eine Aufenthaltserlaubnis (§ 18a Abs. 1a AufenthG).

Hinweise des niedersächsischen Innenministeriums zur Erteilung von Duldungen, darunter Ausbildungsduldung:
Das niedersächsischen Innenministerium (MI) hat in einem Erlass mit Datum vom 27.09.2017 den Ausländerbehörden die Hinweise des Bundesinnenministeriums (BMI) zur Erteilung von Duldungen nach § 60a AufenthG mit Ergänzungen durch das MI übermittelt.
Zugleich hat das MI darauf hingewiesen, dass der Erlass vom 16.02.2017 (siehe hier) zur Umsetzung der Ausbildungsduldung aufgehoben wird. Es gelten für die Ausbildungsduldung also ab sofort die Hinweise des BMI mit den entsprechenden Ergänzungen des MI, die in blauer Kursivschrift hervorgehoben sind.

Anwendungshinweise des MI Niedersachsen (gültig seit 27.09.2017) siehe hier

Anschreiben des MI Niedersachsen an die Ausländerbehörden vom 27.09.2017 siehe hier

Kommentar des Flüchtlingsrat Niedersachsen zu den Anwendungshinweisen des MI Niedersachsen siehe hier

 

Arbeitshilfe zur Ausbildungsduldung („3+2-Regelung“):
Der Paritätische Gesamtverband hat eine Arbeitshilfe zur Ausbildungsduldung, auch 3+2-Reglung genannt, herausgegeben. Die GGUA gibt darin Hinweise zur Anwendung der Regelung nach § 60a Abs. 2 Satz 4.

Arbeitshilfe siehe hier

Wer kann eine Ausbildungsduldung (nach der „3+2-Regelung“) bekommen?
Tabellarische Übersicht der GGUA siehe hier

Die GGUA hat eine Übersicht erstellt darüber, wer bei Vorliegen eines Ausbildungsvertrages Anspruch auf eine Duldung gem. § 60a Abs. 2, Satz 4 hat, siehe hier.

Wer kann eine betriebliche Ausbildung machen?
Das IvAF-Netzwerk Netwin3 hat eine Kurzübersicht erstellt, der zu entnehmen ist, unter welchen Voraussetzungen man mit welchem Aufenthaltsstatus eine betriebliche Berufsausbildung beginnen kann, siehe hier (Stand April 2016).
Achtung, diese Übersicht berücksichtigt noch nicht die Änderungen durch das „Integrationsgesetz“. Seit dem 06.08.2016 gibt es die Anspruchsduldung bei Ausbildung (siehe oben).

Ausbildungsförderung während des Asylverfahrens und mit Duldung:
Die GGUA hat für das IQ-Netzwerk eine Übersicht erstellt, wer im Asylverfahren (mit BÜMA/Ankunftsnachweis oder Aufenthaltsgestattung) oder mit Dudlung welche Ausbildungsförderung erhalten kann, siehe hier.

Anspruch auf BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) für alle Menschen im Asylverfahren durchsetzen:
Menschen im Asylverfahren mit einer Aufenthaltsgestattung können nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland BAB während der Ausbildung erhalten. Voraussetzung gem. § 132 SGB III ist jedoch, dass bei ihnen „ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist“. Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass dies nur auf Asylsuchende zutrifft, die aus den Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Somalia oder Syrien (Stand 01.07.2017) stammen. Nach Ansicht des Flüchtlingsrat Niedersachsen ist dies jedoch eine zweifelhaft Auslegung des Rechts. Vielmehr müsse der Anspruch immer individuell unabhängig vom Herkunftsland geprüft werden. Und bei Aufnahme einer Ausbildung könne man auf Grund der Möglichkeit einer Ausbildungsduldung auch für abgelehnte Asylbewerber_innen davon ausgehen, dass dann grundsätzliche eine gute Bleibeperspektive bestehe (nähere Erläuterungen siehe hier). Daher empfiehlt der Flüchtlingsrat Niedersachsen im falle einer Ablehnung eine BAB-Antrages immer Widerspruch und bei Ablehnung des Widerspruchs Klage und wenn nötig Eilantrag einzureichen.

Wer darf ein Praktikum machen?
Ausführliche Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen Flüchtlinge ein Praktikum absolvieren dürfen, gibt die Arbeitshilfe der Zentralen Beratungsstelle Arbeitsmarkt und Flüchtlinge der Caritas Osnabrück, siehe hier.
Wann ist eine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde und Zustimmung der Bundesagentur für ein Praktikum für Personen mit Aufenthaltsgestattung/BÜMA oder Duldung notwendig? Tabellarische Übersicht der GGUA hier

MI Niedersachsen zu Umzug von Asylsuchenden bei Lebensunterhaltssicherung, Ausbildung oder Studium:
Menschen im Asylverfahren, die eine Ausbildung absolvieren oder ein Studium aufnehmen oder aufgenommen haben, dürfen innerhalb von Niedersachsen umziehen besagt ein Erlass des niedersächsischen Innenministeriums (MI) sowie ein ergänzender Hinweis des MI an den Flüchtlingsrat Niedersachsen. Weitere Infos siehe hier

Arbeitsmarktzugang und Ausbildungsförderung – Änderungen durch das Integrationsgesetz:
Eine Übersicht über Änderungen beim Arbeitsmarktzugang und der Förderung während einer Ausbildung oder zur Aufnahme einer Ausbildung vom IvAF-Netzwerk Netwin3, siehe hier.

Informationen und Hilfen zur Ausbildungsplatzsuche:
Auf der Webseite „plante-beruf.de“ der Bundesagentur für Arbeit gibt es Hinweise, Information und Hilfen unter dem neuen Angebot EINSTEIGEN in einfacher Sprache teilweise, auch in Arabisch, Englisch und Französisch: http://www.planet-beruf.de/schuelerinnen/einsteigen

Ein online-Training für Bewerbungen z.T. ebenfalls in arabischer, englischer oder französischer Sprache findet man unter: http://bwk.planet-beruf.de/